Greifswald vor 100 Jahren- ein Vortrag von Uwe Kiel

Was verbindet den Greifswalder Bürger mit der Stadtgeschichte vor 100 Jahren?

Bauliche Zeitzeugen wie die  ehemaligen Kliniken in der Innenstadt oder das Theater mit angrenzender Stadthalle, aber auch die Alte Kaserne am Nexö-Platz lassen heute noch erkennen, was diese kleine  pommersche Stadt prägte und welcher Zeitgeist vorherrschte. Der 8. Mai, ein  wichtiger Tag in der deutschen Geschichte, vermittelte in diesem Jahr den rund 30 Gästen der Themenrunde  „direkt gefragt – direkt geantwortet“  dank des Vortrages von Herrn Uwe Kiel, Leiter des Stadtarchivs Greifswald, ein differenziertes Bild über die Entwicklung der Stadt vor 100 Jahren. Die Bürgermeister  Willy Gerding und Max Fleischmann machten sich um die Entwicklung der Stadt in besonderer Weise verdient. Der Bau des ersten Krematoriums in Pommern überhaupt, der Bau des Säuglingsheimes,der Neubau der Knaben-Volksschule II (Karl-Krull-Schule) oder die Errichtung des repräsentativen  Gebäudekomplexes „Stadttheater/Stadthalle“ noch im Ersten Weltkrieg zeigten die Stärke der Kommune. Die Stadt erhielt die dringend benötigte  Kanalisation und damit ein Stück höhere Lebensqualität für ihre Bürger. Der Erste Weltkrieg stellte eine  Zäsur dar. Die hohe Zahl der  eingezogenen Soldaten, darunter viele Studenten, Rohstoff- und Arbeitskräftemangel,der Einbruch der privaten Bautätigkeit und des Dienstleistungsgewerbes der Universitäts- wie Garnisonsstadt und weitere sichtbare Auswirkungen des Krieges führten zur Unzufriedenheit. Die Hoffnung auf  einen „Siegfrieden“ erfüllte sich nicht.  Wieder war es der kleine Mann, der den Krieg in voller Breite verloren hatte.

G.Jäger

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